Fernsehjunkie?

Foto: AlwaysCan
Ich bin eine bekennende Fernsehjunkie, doch im Wort Junkie steckt so viel Negatives, Abnormales drin, das passt irgendwie nicht zu mir! So habe ich mich auf die Suche nach der Grenze zwischen einem normalen und einem übertriebenen Fernsehkonsum gemacht und Folgendes entdeckt: Eine Fernsehkonsum-Statistik besagt, dass 60 % der Befragten zwei bis drei Stunden an Werktagen fernsehen. Und keiner nennt sie Fernsehjunkies. Es ist also normal!!
Zu einem Fernsehjunkie gehört mehr dazu. Zum Beispiel so was wie eine Packung Chips und der ständige Gedanke an den täglichen TV-Konsum. Dazu gehört auch Nervosität, wenn man die Lieblingsserie verpasst hat. Oder Wutausbrüche, wenn plötzlich Batterien in der Fernbedienung leer werden.
Ich bin kein Fernsehjunkie. Ich weiß, dass TV-Konsum nur vorübergehend auf meinem täglichen Programm steht. Manche stopfen sich voll, wenn sie eine missglückte Beziehung hinter sich haben, die anderen wiederum hungern, wieder andere schmeißen sich gleich in die nächste Beziehung oder von einer Brücke, weinen oder nehmen Antidepressiva oder lassen sich unmögliche Frisuren verpassen und denken, mit dem nächstem Partner/im nächsten Leben wird alles besser sein. Nix da – es gibt kein “nächstes Leben” und das mit dem neuen Partner ist auch so eine Sache – zuerst muss man vom alten loskommen und das kann eine Zeit dauern. Man muss alles verarbeiten, eigene Fehler verstehen, eingestehen und einfach Frieden mit sich und der Welt schließen. Und das tu ich – während Bruce Willis langsam stirbt, Arnold Schwarzenegger Comeback feiert und die Brüder Klitschko einen Gegner nach dem anderen k.o. schlagen…
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