Blockbuster und Serien Blog

Heute auf meinem Programm: “Abbitte”

Es ist eine alte und doch immer wieder eine interessante Frage: Wie verfilmt man einen großen Roman? Wie schafft man es, der literarischen Vorlage gerecht zu werden und doch ein eigenständiges filmisches Werk zu schaffen? Diese Fragen stellen sich auch mir, da ich heute – mit großer Vorfreude, aber nicht ohne Bedenken – Abbitte, die Verfilmung eines meiner Lieblingsbücher, anschauen werde.

Die Bedenken sind leicht zu erklären: Ian McEwans Meisterwerk ist nicht einfach nur ein Roman, der eine Geschichte über persönliche Schuld und den Versuch der Wiedergutmachung, über Liebe und Verlust, über die Schrecken des Krieges erzählt. Es ist darüber hinaus eine Reflexion über die Literatur an sich, eine Problematisierung von Imagination – literarischer wie auch der menschlichen. Und nicht zuletzt der des Lesers. In einer solchen Konstellation ist Film meistens etwas unglücklich, werden in dem Medium doch die Bilder dem Zuschauer serviert: er muss sich darauf verlassen können, dass das, was er sieht, die vermittelte Wirklichkeit ist. Das Bild ist die Wahrheit, die Realität, auf die wir uns während des Films einlassen. – Ein totaler Gegensatz zur Literatur, wo wir ja unsere eigenen Bilder während des Lesens erst entwickeln, selbst eine Art Kopfkino erstellen. Kann man also einen Film produzieren, der sich mit einem so reinen literarischen Thema auseinandersetzt oder aber ist dieses Vorhaben von vornherein zum Scheitern verurteilt?

Das werde ich heute Abend dank Premiere erfahren!

5 Kommentare

  1. Da bin ich mal auf deine Einschätzung gespannt. Man kann eigentlich kein Buch richtig umsetzen, da man in Worten besser Bilder erzeugen kann als mit der Filmkamera.

  2. da man in Worten besser Bilder erzeugen kann als mit der Filmkamera.

    Nicht wirklich! Das Problem bei Literaturverfilmungen ist eben meist, dass man zum Einen der Komplexität der Vorlage nicht in dem Maße Rechung tragen kann, wie es nötig wäre, und dasss man (Wenn man das Buch schon kennt) oftmals schon eine Art von “Film im Kopf” hat, der entstanden ist, wenn man das Buch liest – Und das kann dann auch mit der letzlichen Verfilmung in Konflikt geraten.

    Aber das man in Worten besser Bilöder erzeugen kann, als mit der Kamera, nein das würde ich nicht sagen! ;-)

  3. madmaxxx85

    sicher kann man das auch nicht so recht mit einander vergleichen, aber es gibt durchaus sehr gelungene Romanverfilmungen, wie etwa Schlafes Bruder, hängt aber viel von den Schauspielern ab und auch vom Regisseur.
    Abbitte läuft ja heute abend und ich bin mal gespannt, vor allem auf Keira Khightley, hat ja nicht immer nur die Charakterrollen.

  4. @C.H. Deswegen bin ich froh, dass ich eigentlich “Sachbuchleser” bin und somit bei manchen Filmen völlig vorbehaltlos gucken kann. :)
    Mit Worten Bilder erzeugen war eher auf das Kopfkino bezogen. Gut geschrieben entwickeln sich beim Leser Bilder im Kopf ;)

    @madmaxx: Schauspieler und Regisseur sind das A und O für eine gelungene Literaturverfilmung. Leider wird da ab und an bei Schauspielern mehr auf Marktwert als auf Fähigkeiten geguckt.

  5. @C.H.
    oftmals schon eine Art von “Film im Kopf” hat, der entstanden ist, wenn man das Buch liest – Und das kann dann auch mit der letzlichen Verfilmung in Konflikt geraten.–> stimme dir zu!

    http://tvdame.wordpress.com/2009/02/03/abbitte-ein-fest-fur-die-augen/ ;-)

    @C.H, Wortman, madmaxxx:
    Am gescheitesten wäre wohl zuerst den Film anzuschauen, und danach – das Buch dazu zu lesen ;-)

    Ich denke, es liegt nicht nur an “Worten und besseren Bildern” bei Büchern, sondern an mehr Bilder, mehr Details, mehr Spannung…

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