Ich habe vor einiger Zeit über die erste Sendung von Natascha Kampusch berichtet, und gestern wurde die zweite Sendung ausgestrahlt – diesmal mit Stefan Ruzowitzky (”Der Fälscher”), auf Puls4. Ich erwartete eine Steigerung von Natascha Kampusch, denn aus Fehlern sollte man ja lernen. Man könnte in der 1,5 Monate langen Pause einen Moderations-Kurs besuchen oder ein gutes Buch lesen, z.B. “Worüber kluge Menschen lachen: Kleine Philosophie des Humors”. Nix da. Es wurden für den Anfang 6 Sendungen von “Natascha Kampusch trifft…” geplant, aber für mich war das die letzte Sendung – leider lassen die Moderationskünste von Frau Kampusch zu wünschen übrig. Wie ich gerade auf GMX lese, sind die Zuschauer der Sendung der gleichen Meinung: nur 32.000 schauten die 2. Sendung (1. Sendung – 114.000).
Schaut euch die Videos an – es ist die Sendung in voller Länge auf 4 YouTube Videos verteilt – und falls ihr eine andere Meinung habt, könnten wir gern darüber diskutieren!
P.S.: Ich sehe gerade dass die Videos auf meinem Blog nicht funktionieren (hm, sehr seltsam) – ihr könnt sie in dem Fall HIER direkt auf YouTube ansehen.
2es Video:


Die erste Folge der Talkshow von Natascha Kampusch wurde im Vorfeld massiv in den österreichischen Printmedien beworben. Es gab praktisch keine Zeitung, der Kampusch nicht wenigstens ein Kurz-Interview gegeben hätte. Diesmal war es anders. Kampusch selbst hat sich zur Sendung kaum geäußert, lediglich die offizielle Pressemitteilung von PULS 4 wurde in den TV-Zeitschriften verbreitet.
Im Gegensatz zu Lauda war Kampuschs zweiter Gast auch kein Selbstläufer, der ohne äußeren Reiz einfach über sich erzählen konnte. Dafür gelang es Ruzowitzky, seiner Interviewpartnerin intimere Dinge zu entlocken, als es Medienprofi Lauda vermochte.
Der Eindruck der bleibt, ist der einer zutiefst traumatisierten aber leider nicht besonders sympathischen, altklugen jungen Frau, für die man abwechselnd Mitgefühl, Unverständnis und Ablehnung empfindet.
@Altlast.
Vielen Dank für deinen Kommentar! Das mit den Medien, das stimmt schon – habe selbst die Sendung per Zufall gesehen (umschalten), denn es wurde ursprünglich gesagt, mind. 1 pro Monat wird Natascha interviewen – habe irgendwann aufgehört zu warten.
Dem letzten Satz stimme ich völlig zu – genauso habe ich es auch empfunden.
Ich habe es im TV nicht gesehen, gut das ich als Österreicherin bei Dir nochmal Nachhilfe bekomme;)
Was man nicht kann, sollte man lassen, nur weil man sich als Person in der Öffentlichkeit befindet, ermächtigt das einem nicht eine gute Interviewerin zu sein.
Was ihr einfach fehlt ist die soziale Kompetenz, man muss aber eben auch verstehen warum, ist eh jedem klar, nur das ist es was den Interviews fehlt, dieses Interagieren können.
Ich finde sie als Moderatorin vollkommen unbegabt. Ihr erstes Interview habe ich zum Teil angeschaut, weil ich neugierig war.
Kampusch nervt. Die Anforderungen und Qualifikationen an ein Talkmaster sind sowieso nicht hoch, aber eine traumatische Jugend haben ist echt zu wenig…
Is ja auch irgendwie klar: Talkshowhost ist einer der sozialsten jobs schlechthin: Sprachgewandtheit und zwischenmenschlichen Umgang sind das um und auf. Das klingt vielleicht roh, aber jemand, der sein Leben völlig isoliert und abgeschnitten von der Umwelt in einem Keller verbracht hat, ist vielleicht nicht die beste Person dafür. Was sich Puls4 dabei denkt, wissen die wahrscheinlich selbst nicht.
Ich nehme an, die Puls4 denk nur an die Quotensteigerung
, und zwar mit einem “skandalösen” Namen von Natascha. Echt schade.
Ja, Puls4 ist gar nicht so schlecht, manchmal gehe ich sogar Premiere TV & ORF fremd um auf Puls4 einen oder anderen Film anzuschauen. Auch “Talk in Town” bei denen finde ich toll – da werden aktuelle Themen, die Österreicher bewegen, ausführlich diskutiert. Aber die Sendungen wie “Christina Lugners VIP Club” wo ich einmal über Top-Modelle diskutierende Schwule erleben dürfte (Außerdem, Christina Lugner ist ja voll fad ohne Richard) und eben “Natascha Kampusch trifft” verzerren das eigentlich gute Bild von dem Sender. Aber ok, jeder verdient Geld womit er kann, ist euch jedermann Recht…
Noch mal zu Kampusch – ich glaube nicht an Langlebigkeit ihrer Sendung – ev. wegen dem Vertrag werden schon diese ausgemachte 6 Ausstrallungstermine eingehalten, und dann.. Das einzige was mich ärgert ist, dass überall in der Presse steht, dass die Sendung gut ist und Natascha gut moderieren kann..Hab mich echt nach der Presselesen gefragt, ob ich eine Ahnung habe denn alle lobten die Sendung.. Gut dass es euch, Foren und andere Blogs gib
Ich finde es interessant.
Es ist veranschaulichend was einen “guten Talkmaster” (ich würde es weniger als Sprachgewandheit und zwischenmenschliche Begabung interpretieren) von Frau Kampusch unterscheidet.
Jemanden mit Wörtern pseudo-lustig zu erschlagen – das kommt bei den gängigen Talkshows in aller Breite vor – wobei die auswendig gelernte Dreistigkeit nicht ablehnend wirkt, sondern actionreich. Sie wird auch nicht als unmenschlich kritisiert, mehr noch als ein Muss.
Was als “künstlich” vielfach betitelt wird, benenne ich “vorsichtig”.
Unverständlich, dass es eine Talkmasterin gibt, die vorsichtig mit den Leuten umgehen.
Es vermittelt einen intimen Touch, der Sensibilität fordert – für den Berieselung-Zuseher ist das zu viel Aufwand und somit unverständlich.
Was ich noch interessant finde:
Eine Frau wie Ferres wirkt neben Kampusch theatralisch, gesext und gemäß dem Thema Kindesentführung völlig fehl am Platz (auch wenn sie so ein süßes Bilderbuch von Kampusch präsentieren lässt)
Lauda und Ruzowitzky hatten dies Thema nicht, waren aber zumindest anständig.
Ich stell mir grade folgendes vor:
Kampusch in einem schwarzen Hosenanzug und Ferres mit ihren Stiefeln:
“Frau Kampusch sie wirken in Ihrer Bekleidung fast wie in Trauer”
“Ja, bewusst, denn man könnte den Frauen bei Vergewaltigungen, den Kindern bei Entführungen (beliebbig ausweitbar) einen gewissen Eigenanteil zuschieben und sie sind dann nicht mehr als Opfer sehen, sondern als Täterinnen.”
Was für Anspruch hat die heutige Medienwelt an Frauen – Ferres präsentiert sich selbst gekonnt als Opfer.
“Vorsichtig mit den Leuten umgehen” – das könnte man so bezeichnen, wenn diese Vorsichtigkeit von einer reifen Person ausging. Natascha ist das nicht; sie ist genauso vorsichtigt wie ein Kind – denn ein Kind benimmt sich gegenüber einer unbekannten Person aufgrund seiner Unreife und fehlen von Erfahrungen ebenso!
Von “intimem Touch” gab es übrigens nicht viel zu sehen – um das in Gesprächen zu erzeugen bräuchte man selbst viel Sensibilität und da sind wir wieder bei meinem ersten Absatz – Sensibilität entsteht nur wenn man viel Erfahrungen in Umgehen mit Menschen hat.
Vorsichtig mit Leuten umgehen, ist Charaktersache und nicht Kindsache – und der intime Touch erfordert ein Gegenüber.
Und Sensibilität hat man oder nicht – Show-Geschäft und Quoten haben damit nichts zu tun.
Das ist eben etwas Besonderes.
Und Erfahrung und Reife…. definier mal was für dich da alles dazugehört *groteskgrins*