Bin vor 2 Tagen zufällig auf den Film „Dangerous Minds“ (mit Michelle Pfeiffer in der Hauptrolle) gestoßen (wurde auf Puls4 gezeigt). Was für ein Film!! Er ist einer der wirklich seltenen Filme aus Hollywood, die auch eine Message rüberbringen – auch wenn du am tiefsten Punkt stehst, es gibt immer ein Licht, einen Weg raus!
Dieser Streifen zeigt sehr authentisch die Situation der Schulen in den USA. Aufgezeigt wird die Hoffnungslosigkeit von Randgruppen und Außenseitern und das es doch für jeden eine Möglichkeit gibt, aus diesem Sumpf heraus zu kommen. Man muss sich nur bewegen und Mut haben, zu sich selbst zu stehen und an sich zu arbeiten.
Kurzbeschreibung: Eine Englisch-Lehrerin schafft es, aus auffälligen und schwererziehbaren Straßenkindern richtige Schüler zu machen, die gerne in die Schule gehen und ihre Lehrerin mögen! Es ist auch an manchen Stellen sehr witzig zu sehen, auf welche Weise sie die Aufmerksamkeit der Schüler auf sich zieht!
Am Ende des Filmes wird es sehr, sehr emotional, am Schluss hatte ich sogar Tränen in den Augen – und das schafft bei mir nicht jeder Film!
Fazit: Großartige Story, klasse Schauspielleistung (vor allen Dingen von Michelle Pfeiffer) – schaut euch bei einer Gelegenheit diesen Film an!
Der Film beinhaltet auch den Song Gangsta’s Paradise (unten auf Video), Coolios Neu-Interpretation des Stevie-Wonder-Klassikers Pastime Paradise. Nach der Erstausstrahlung des Films wurde das schwermütige Stück ein viel gespielter Hit im Radio und Fernsehen!
P.S: Wollte noch fragen, ob ihr diesen Film kennt (aus dem Jahr 1995!) ? Ich habe vorher weder was darüber gehört noch gelesen – liegt es an mir?


„Dangerous Minds“ ist so eine Sache, ich kann deiner Einschätzung zur Qualität des Films nicht zustimmen. Sicher er ist in seiner Konzeption gar nicht mal so schlecht, routiniert inszeniert und steuert zielsicher auf seinen emotionalen Höhepunkt zu, der dann auch mit der gewünschter Wirkung sein Ziel erreicht – So wie bei Dir. Auch habe ich an Michelle Pfeiffer nichts zu Mäkeln.
Doch insgsamt ist zu sagen, dass es sich dieser Film viel zu leicht für seinen selbst ernannten Anspruch macht, und in plumpe Stereotype verfällt, sowie sich noch zusätzlich dazu hinreissen lässt, den Zuschauer das gewünscht „Happy End“ auf dem Silbertablett zu servieren. Die ventilierte Botschaft, kurz und prägnant auf den Punkt gebracht, nämlich „Glaube an dich und du wirst es Schaffen“, ist in ihrer Konzeption einzig und allein auf den Zuschauer des Films ausgerichtet, der in vielen Fällen eben nicht in der „Scheiße sitzt“, und somit nach Ende des Films selbstzufrieden sagen kann: „Genau so ist es!“
De facto jedoch stellt dieser Film eine Simplifizierung eines viel koomplexeren Problems da. Es reicht eben leider nicht immer aus, hart an sich zu arbeiten, viel mehr ist der Einzelne in einem weit größeren Maße durch seine Umgebung beschränkt, als ihm Lieb sein kann. Was haben denn die Schüler davon, dass sie ihre ihre „taffe“ Lehrerin behalten dürfen, dass sie willens sind zu Lernen, wenn sie später durch Vorurteile in der Gesellschaft, durch den Makel ihrer Herkunft, unter Umständen eben nicht dem Teufelskreis ihrer Situation entfliehen können. Ergo: Die Möglichkeit dazu ist eben doch nicht jedem gegeben.
Alles wesentliche Fragen, die der Film, wenn überhaupt, nur am Rand thematisiert, ja, sie sogar opfert, für eine Geschichte, die zu sehr auf die Oberfläche beschränkt bleibt, und dem Zuschauer leider zu wenig Fragen stellt, über die er Nachdenken sollte. Und so ist der Schluß von „Dangerous Minds“ in seiner zuckersüßen Zuspitzung zu sehr gewollt, zu sehr Zugeständnis an die hollywoosche „Happy End“ Konzeption, als das es mich überzeugen könnte.
Damit möchte ich im Übrigen nicht sagen, dass es kein „Happy End“ geben dürfe. Es gibt zahlreiche Filme, die sich diesem Komplex, oder Ähnlichen im Sinne eines „Feel Good Movies“ angenommen haben, und als Gelungen zu bezeichnen sind. Ein Beispiel, mit etwas anderen Schwepunkt, ist der Film „Little Miss Sunshine“. Auch hier dreht es sich, natürlich im anderen Kontext, um die Kernbotschaft, dass man an sich glauben, sich treu bleiben soll (Noch dazu geht es um den Zusammenhalt in einer Familie, welcher in diesem Film eine Hommage erfährt).
„Little Miss Sunshine“ ist locker, leicht, witzig, und wartet mit einem „Happy End“ auf, welches zu diesem Film passt. „Dangerous Minds“ jedoch, in der Konzeption eines Dramas, will mehr als das sein, will ernst genommen werden, opfert diesen Anspruch jedoch in seiner Konzeption, versinnbildlich glattgebügelten Ende. Schade, aber so ist es Leider!
Kenne den Film vom Namen her, habe eine Sichtung damals aber nicht in Erwägung gezogen, da ich genau das, was C.H. hier bemängelt, befürchtet habe, und der Trailer auch darauf hinaus lief. Auf so einen Pseudoproblemfilm hatte ich einfach keinen Bock. Im TV habe ich ihn dann mehrmals verpasst.
Hat mir sehr gefallen, der Film. Ist aber schon älter, mit einer sehr jungen Michelle Pfeiffer. Inzwischen haben wir Amerika längst eingeholt.
Soo jung war Michelle Pfeiffer auch nicht… Bei Scarface war die noch echt jung;)
Und ehrlich gesagt, Ich weiß nicht so recht, wie positiv der message vom Film ist… Klar, es ist das Zeug, was jedem Publikum die Tränendrüsen ölt- Aber in der Realität schaut es oft anders aus.
Aber daß Hollywood der Chefprediger der Illusion des Amerikanischen Traums ist, ist ja nichts neues. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu zynisch, um so ein Film wirklich zu genießen:P
Ja, das gute Ende – das kann ich auch nicht leiden, nicht alles sollte ein gutes Ende haben – thats real life!
Aber insgesamt muss man wohl sagen trifft zumindest eine Kernaussage des Films die Wahrheit über amerikas Jugend und die schulen und die damit verbunden Probleme eines schlechten Bildungssystemes und der sozialen Probleme sehr.
ich kenn den film auch nur vom namen her. gesehen habe ich nicht.
dafür hab ich heute einen anderen interessanten film gesehen: „stratosphere girl“.
Wahrscheinlich hat er dir, gefallen, weil du dir einen alten Film angesehen hast und dir nichts erwartet hast. Im Grunde genommen finde ich aber da schon die Verarsche-Version „High School High“ besser, obwohl der schon nicht gut ist!
Little Miss Sunshine ist auch ein anderes Kaliber von Film! Sowohl bei den Oskars abzuräumen und auch noch Standingovations bei einem Sundancefestival zu bekommen zeugt dann doch von einem anderen Format;
Es ist die Art Film, auf den ich in Zukunft vermehrt meinen Focus richten werde!
@ C.H.
Ich bin mir ziemlich sicher, das ist der längste Kommentar in meinem Blog – DANKE!
Und jetzt zum Inhalt deines Kommentars:
Wenn ich einen Film ansehen will, der 100% der Realität entspricht, dann tu ich einen Dokumentationsfilm anschauen. Denn Hollywoodsfilme liefern sie so viel wie nie.
Du schreibst: „Was haben denn die Schüler davon, dass sie ihre ihre “taffe” Lehrerin behalten dürfen, dass sie willens sind zu Lernen, wenn sie später durch Vorurteile in der Gesellschaft, durch den Makel ihrer Herkunft, unter Umständen eben nicht dem Teufelskreis ihrer Situation entfliehen können. Ergo: Die Möglichkeit dazu ist eben doch nicht jedem gegeben.“
Es ist 11 Jahre vergangen. Fragt noch immer jemand die ex-Schüler nach ihrer Herkunft und macht deswegen Vorurteile? Oder ist es inswischen irrelevant geworden und es sich doch ausbezahlt hat, damals brav zu lernen?
Little Miss Sunshine – den Film habe ich nicht gesehen. Aber ich frage mich, ob man 2 Filme, zwischen welchen 11 Jahre liegen, vergleichen kann. 1995 waren vielleicht Happy Ends erwünscht und es gab nur einige wenige Filme ohne.. Erst vor 5-7 Jahren ist man „klüger“ geworden und meinte, immer „happy End“ zu haben ist doch fad..
Auch ich sehe ein glattgebügeltes Ende. Doch hätten sich die Afro-Amerikaner, die sich in dem Film mit Schauspielen identifizieren konnten, ein passenderes Ende gewünscht? War es das Ziel, einen perfekten Film zu machen, mit perfektem Ende? Oder wollte man vielleicht nur eine Botschaft an solche Menschen schicken um ihnen Mut zu machen – denn das ist sicher mit dem Film gelungen…
@wortman
“stratosphere girl”.. ich muss sagen, ich mag keine Filme aus asiatischem Raum – Asiaten spielen in meinen Augen ja, irgendwie nicht authentisch… Nicht alle natürlich, aber die meisten.. Aber wenn du den Film unbedingt empfiehlst, dann werde ich schauen wie ich zu dem Film komme
hab grade die kritik davon gelesen… ok, danach klingt der film fade, persönlich finde ich ihn interessant gemacht. diese „off“stimme der hauptdarstellerin passt aber auch mit den darin gegebenen zusätzlichen informationen…
naja, angucken musst du ihn nicht…
gestern mal was altes genommen: einen schönen edgar wallace
Edgar Wallace… Bin zwar kein Fan von seinen Filmen, hab aber nur gutes darüber gehört..
Mal sehen ob ich „Statospere girl“ anschaue – fremde professionelle Kritiken beeinflüssen meine Entscheidung nur wenig in der letzten Zeit
– dafür schätze ich sehr persönliche Empfehlungen und Geheimtipps. Und mir ist klar dass die Geschmäcke unterschiedlich sein können – daher mag ich die prof. Kritiken mit persönlichen Empfehlungen vermischen und dann mich für/gegen den Film entscheiden…
@ TVDame:
Natürlich ist es (normalerweise) nicht Sinn und Zweck eines Films die Realität abzubilden, das habe ich aber „Dangerous Minds“ auch nicht vorgeworfen, sondern „nur“ das er es sich zu einfach macht.
„Oder wollte man vielleicht nur eine Botschaft an solche Menschen schicken um ihnen Mut zu machen“
Als ob die, die in von dem Film gezeigten Schlamassel betroffen waren, den Film im Kino gesehen hätten
Wohl eher nicht. Das meinte ich nämlich mit: „Die Konzeption des Films ist einzig und allein auf den Zuschauer des Films ausgerichtet, der in vielen Fällen eben nicht in der “Scheiße sitzt”, und somit nach Ende des Films selbstzufrieden sagen kann: “Genau so ist es!”
„War es das Ziel, einen perfekten Film zu machen, mit perfektem Ende?“
Das sollte meiner Meinung nach immer das Anliegen der Macher eines Films sein.
PS: Wenn „Little Miss Sunshine“ bei Gelegenheit mal auf Premiere läuft, DVD-Spieler hast du ja keinen mehr
, dann schau ihn dir an. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du ihn „lieben“ wirst. Wenn ich falsch liege, kannst du dich dann ja bei mir beschweren.
Mag sein dass du recht hast. Ich hab grade einen Kommentar auf imdb.com entdeckt – passt zu deiner Meinung. Hier it is:
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„As a critic, I have no basis for saying a movie is aesthetically sound or not. However, I believe there is a quality to this movie that deserves to be acknowledged. The fact that so many people are willing to trash the film based on the fact that an Inspirational Teacher Movie just is not real. Says a great deal for the need of a few teachers who fit that bill. Yes there are a few things that are old hat about the movie but you have to appreciate the fact that this movie has an honesty in its simple and basic statement to its viewers.
If you like the choices or not they have to be made. Maybe if a few more people, not just teachers, realized that we don’t all live in Emerald City, of Wizard of Oz fame. Some of us actually survive each and everyday. Only to do it all over again in the morning.“
—-
Was ich mir gedacht habe: wenn es mich betroffen hätte, würde ich den Film ansehen wollen, auch wenn nicht im Kino…Solche Filme sprechen sich ja in den Kreisen schnell herum.. Ok, klar kann ich als es nicht wissen, wie es sich einfühlt, jeden Tag versuchen zu überleben und somit kann ich es nicht einschätzen. Aber jeder Mensch hat Hoffnung, und dieser Film macht Mut..
Aber ok.
Zu „Little Miss Sunshine“ – ich sage nur : 24 August.. Sei bereit…für ev. eine lange Beschwerdeliste
ist wirklich ein genialer Film. War in letzter Zeit auch so oft im Fernsehen.
Meh… ich bleib dabei. Im Grunde war dangerous Minds nichts anderes als „Klub der Toten Dichter“ im Ghetto :/