
Foto: mib_hr
Leider, leider bekommen wir hier in Österreich nicht alle Filme zu sehen. Gewisse Themen lassen sich nicht gut übersetzen, sagen die österreichischen Filmfirmen. Sportfilme etwa. Wir haben nun mal mit Baseball, Basketball und anderen Ami-Sportarten nichts am Hut. Was aber, wenn in einem Sportfilm der Sport zu nichts anderem dient, als die Story voranzutreiben? Wenn das eigentliche Thema eine Dreiecks-Lovestory ist? Erinnert ihr euch noch an Bull Durham? Da entschied sich Susan Sarandon für Tim Robbins und ließ Kevin Costner am Spielfeld stehen. Da ging es nicht um den Home-Run, sondern: „Wer darf bei wem ran“.
Leatherheads wurde mehrmals verschoben und startet jetzt gar nicht. Ausrede: Der Film war in den USA ein Flop. Kann man diese Erklärung gelten lassen? Ich würde sagen -“nein“ – weil es längst erwiesen ist, dass Filme, die in Amerika wenig Erfolg haben, das international vielfach wettmachen. Weil es hunderte Gründe gibt, warum ein Film in den USA abstürzt: falsches Startdatum, zu viel Actionfilm-Konkurrenz im Kino, schlechtes Marketing. Weil Filme von und mit George Clooney ihr Publikum haben und zwar so sicher wie die Nespresso-Werbung. Fakt: Lovestorys finden ihre Zuschauer. Gilt auch für den noch aus unerklärlichen Gründen nicht gestarteten Film Across the Universe. Eine Lovestory mit Background Bürgerrechtsbewegung der 60er, untermalt mit Beatels-Songs. Geschrieben vom britischen Erfolgsduo Ian LaFresnais und Dick Clement. Ein Film, der von Kritikern sehr gut angenommen wurde. Ein Film, der für den Golden Globe nominiert war. Dessen Darsteller Jim Sturgess quer über den Atlantik zum Sexsymbol wurde. Ein Film, den es in Österreich nicht gibt.
Die Liste der den Österreichern vorenthaltenen Filme ist lang: Kinky Boots, We Own the Night, Speakeasy, O Brother Where Art Thou… und das alles nur in den vergangenen 12 Monaten!
Erstaunlich, dass Brügge sehen… und sterben jemals in die Kinos kam. Den Rest kann man sich – hoffentlich – auf Premiere anschauen oder auf DVD.
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Info: u.a. Zeitschrift Live


Das ist in der Tat schade. Ich wohne zum Glück in Berlin und kann mir so ziemlich alles anschauen, was ins deutsche Kino kommt, wobei das natürlich auch nicht alle Filme eines Filmjahres sind, weil: unmöglich! Pro Jahr werde allein in den USA über 1000 Filme produziert, die logischerweise nicht alle auch ins Ausland gehen. Da verpasst man schon einige Filmperlen.
Leatherheads (7/10), Across The Universe und Brügge sehen … (9/10) sind sehr empfehlenswert. We Own The Night würde ich mir sparen. O Brother Where Art Thou ist einer meiner Lieblingsfilme, aber schon aus 2000.
ich bilde mir ein, dass ich o brother where art thou einmal auf orf2 gesehen habe, so um ein, zwei uhr morgens! Ist auch einer dieser Filme, die ich mir immer ansehe, wenn er gespielt wird! Überhaupt der Soundtrack ist unvergesslich und er flimmert oft in meinem Kopf herum, wenn ich arbeite oder sogar Tennis spiele! ggg
Bei Premiere find ich es toll, dass solche Filmperlen sehr oft auf verschiedenen Kanälen gespielt werden (vorausgesetzt, man kennt die Filme namentlich, dann entdeckt man oft auf ungeahnte Kanäle diese vorzüglichen Filmschmankerl!)
„Gerry“ zB habe ich auf keinen anderen Sender bisher gesehen! Filme des Sundance Festivals haben bei Premiere auch einen fixen Sendeplatz, hut ab und ..da ist meine Videothek meist unterbesetzt!
Mit ein wenig Glück kann man diese Filme auch auf Free-TV anschauen.
@Mediensucht
Ja, klar, logisch dass nicht alle Filme ins Ausland gehen. Weniger logisch scheinen mir die Kriterien zu sein, anhand wessen die Auswahl getroffen wird.
Danke für die Tipps, werde sie befolgen!
Hm, wie tust du in Kommentaren verlinken? Mir ist das bis jetzt nicht gelungen!
@beltebub
Auf ORF2? Könnte schon sein! Ein mal habe ich auf ORF2 (auch in der Nacht) einen Film gesehen, der in Originalsprache, mit deutsch. Untertitel gezeigt wurde. Einer der besten, bewegensten, brutalsten Auslandsfilme überhaupt! Ich bin fast vom Hocker gefallen – ORF und dieser Film passen nicht zusammen – weil es dort um Leben, Schicksal, Liebe, Prostitution, Sterben geht (kein Doku-Film). Ich spreche von „Lilja 4-Ever„.
Was ich damit sagen möchte dass es stimmt, solche „Filmperle“ werden nicht immer im Kino gezeigt, im Fernsehen muss man sie erst „fangen“ können, und ja, DVDs ist auch eine Möglichkeit (auch wenn nicht für mich);-)
@ tvdame
Verlinken geht mit html-Code (siehe z.B. Ahref). Ja, das Filmverleihgeschäft ist unergründlich. Kleinere gute Filme haben es fast überall schwer, einen Verleih zu finden.
@ bub
Gerry ist ziemlich langweiliger Mist und er reiht sich damit prima in die anderen zum Gähnen anregenden neueren Filme von Gus van Sant ein!
Danke!!