Foto: Frankie
Ein Film ist immer nett anzuschauen, aber seien wir uns ehrlich: wie oft hat sich jemand von uns Gedanken gemacht, was hinter einem Kinofilm steht? Ich vermute, nicht sehr oft…
Dass Filme weit mehr als Kunst sind und sich dahinter immer auch ein Geschäft verbirgt, ist niemandem neu. Gerade in Hollywood steht hinter jedem Kinofilm eine Reihe Verantwortlicher, die Erfolge, vor allem aber Misserfolge einer Filmproduktion vor irgendjemand verantworten müssen. So sind die großen Filmstudios mittlerweile Eigentum großer internationaler Gesellschaften. Wenn also ein Film an den Kassen zu wenig Geld einspielt und ein wirtschaftlicher Misserfolg die Folge ist, müssen sich die Regisseure vor ihren Produzenten, die Produzenten vor ihren Studiobossen, die Studiobosse vor den Vorstandsvorsitzenden und die wiederum vor ihren Aktionären verantworten.
Die Interessensverkettung erzeugt ein Klima der Vorsicht, was neue Produktionen angeht. Man setzt auf Altbewährtes, um das Risiko eines Verlustes so gering wie möglich zu halten. Daher werden Massenproduktionen im Sinne bewährter Muster schwierigen Filmen oder Experimenten mit heiklen Themen vorgezogen.
Hinter den Filmkulissen überwiegt immer das starke wirtschaftliche Denken. Sobald der erste Teil eines Films sich als wirtschaftlicher Erfolg erweist, sind der zweite und gar dritte Teil schon vorhersehbare Folgen. Wenn sich Schauspieler, ein Thema, gewisse Charaktere und Handlungen in der Zuschauergunst bewähren, sind Produktionen nach diesen Vorgaben erstklassige Investitionen für die hinter den Filmstudios stehenden multinationalen Konsortien, da die Gewinn-Verlust-Rechnung ganz klar Richtung Profit zeigt.
Geld regiert die Welt! Und nichts desto trotz würde ich sagen – sobald wir es genießen die Filme anzuschauen, sollen wir uns nicht allzu viele Gedanken darüber machen, was genau hinter Filmkulissen abläuft. Oder habe ich nicht Recht?


Ein spannender Beitrag! Ich habe einen guten Freund, der ein Drehbuchautor ist, und es schreibt einen tollen Blog darüber: http://writinglounge.blogspot.com/ (schreibt auf super Englisch). Wenn ich sein Blog lese, denke ich oft – wieso tut man sich das überhaupt an? Denn einen Film zu machen ist tatsächlich extrem aufwendig.
Ja, ich muss dir zustimmen Axinia, das ist ein wirklich sehr spannendes Thema. Ich hab darüber im Detail eigentlich auch noch nie nachgedacht aber wenn man sich allein im Kino oder bei Premiere den Nachspann eines Blockbusters ansieht dann denk man sich schon – wow da scheint ja ne ganze Kleinstadt mitzuarbeiten.
..wenn man sich dann überlegt wieviele Millionen Dollar in so einem Film drinnen stecken dann müsste man eigentlich so ehrfürchtig davor sitzen wie zB vor einem total wertvollen Diamanten oder irgendwelchen Kunstwerken mit immensen Marktwert
naja wahrscheinlich ist es wirklich besser nicht darüber nachzudenken, das verdirbt einem das Filmvergnügen
da ich ja ein kleiner Hobbyfilmer bin, schau ich mir meistens die Filme zwei mal an! Beim ersten mal aus dem Grund, warum jeder Mensch einen FIlm schaut, und beim zweiten Mal, um genau auf Schnitt, Musik, Perspektiven und alle anderen wichtigen Elemente zu achten! Und manchmal denke ich mir schon, dass eine einzige Einstellung, oder eine längere Kamerafahrt das Werk von echten Künstlern ist!! Das Medium Film ist für mich DIE Kunstform des 21. Jahrhunderts!
Ich wäre auch so gerne einmal hinter den Kulissen eines Filmdrehs dabei.
Habe mich auch schon bei ein paar Produktionsfirmen in Ö, D und Amerika für mein Praktikum angemeldet und hoffe dass ich genommen werde.
Deshalb noch mal Danke für den Artikel – hast genau meinen Nerv getroffen!